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Monday, April 6th 2009, 1:00am

Blue Hour - Bis(s) zur Dämmerung [13] Die FF ruht voerst

Titel: Blue Hour - Bis(s) zur Dämmerung

Autorinnen: Maeve und Isobel

Genre: Fantasy, Drama

Altersbeschränkung: ab 16 Jahre

Hauptcharaktere: Summer Cooper, Jezebell McKinley, die Cullens, Jacob, Seth...

Slash ja/nein: nein

Inhaltsangabe: Die Welt in der Summer und Jezebell lebten, spielte sich in Wirklichkeit zwischen zwei Welten ab. Sie saßen zwischen den Stühlen, gehörten weder in die eine noch in die andere Welt. Sie fühlten sich gefangen in der Dämmerung, ziwschen Sonnenuntergang und der schwarzen, dunklen Nacht. Sie waren Kinder der Blauen Stunde.

Disclaimer: Die Charaktere aus Twilight gehören Stephenie Meyer, sowie die bekannten Handlungen aus den Büchern.

Anmerkungen: Diese Geschichte setzt chronologisch nach "Breaking Dawn" ein und wird aus den Sichtweisen der Schwestern erzählt. Für die Sichtweise von Summer Cooper ist Maeve verantwortlich und Jezebell McKinley wird von Isobel übernommen. Manche Kapitel sind nur aus einer Sicht verfasst, andere wiederum aus zwei Sichtweisen, wie z.B. der Prolog. Wir werden diese FanFiction alle zwei Wochen sonntags posten, da wir ja nebenbei noch unsere eigenen FFs haben. ;-) Hin und wieder kann es aber auch vorkommen, dass wir wöchentlich posten, das hängt ganz von unserer Zeit ab.

Kapitel

01.) Prolog - Summer&Jezebell
02.) Seltsame Wesen - Jezebell
03.1) Vampire in Forks Teil 1 - Summer / 03.2) Jezebell
03.3) Vampire in Forks Teil 2 - Summer / 03.4) Jezebell
04.1) Anfang vom Ende - Summer / 04.2) Jezebell
05.) Überraschungen - Summer
06.) Besuch bei den Nachbarn - Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Jezebell
07.) Zugeständnisse - Summer
08.) Mittagspause - Jezebell
09.1) Wölfe - Summer / 09.2) Was wenn...? Jezebell / 09.3) Geprägt Summer
10.1) Forks=Freaks - Jezebell / 10.2) Schlaflos in Forks - Summer
11.1) Zwiespalt Jezebell / 11.2) Was ist nur los? Summer 11.3) Leugnen Jezebell / 11.4) Verstehen Summer 11.5) Schwestern sind kompliziert Jezebell
12.) Training - Summer
13.) Zu Besuch bei Sue Clearwater - Summer
Come the end of this June
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Monday, April 6th 2009, 1:02am

Prolog




Da stand es, unser neues Haus, in der Nähe der Kleinstadt Forks. Es lag etwas abseits der Straße – im Wald – gut versteckt, wie ich fand.
Mittlerweile hatte ich mich an die Umzüge gewöhnt, die nun bei 45 lagen. Es hatte ja auch etwas Gutes, so lernte man viele neue Städte und Länder kennen, jedoch hoffte ich, dass wir hier länger bleiben würden. Ich wollte endlich mit meinen Forschungen für dieses Medikament weitermachen.
Ich beobachte von der Veranda aus Jezebell, meine ältere Schwester, wie sie ihre Sachen ins Haus trug, während unsere Hundedame um sie herum sprang.
„Emma“, rief Jezzy und blieb mit einem schweren Karton stehen. „Geh mir aus dem Weg, sonst falle ich noch über dich.“ Das konnte Emma Rose, wie sie wirklich hieß tatsächlich gut, sie lief einem immer zwischen die Füße. Wir konnten uns nicht einigen, als wir unserer süßen irischen Wolfshündin einen Namen geben mussten, also bekam sie zwei Namen.
Jezebells blonde Haare hatte sie zu einem Zopf gebunden und ihre Haut schimmerte ganz leicht in der Sonne, während sie um Emma herum lief. Für einen Menschen war es nicht sichtbar, für Vampire und Halbvampire, wie wir es waren schon.
Ich öffnete mein Medaillon, welches ich von meiner Mutter Molly bekommen hatte und betrachte das Bild von ihr und meinem Vater Cole. Es gab Tage, da verfluchte ich dieses Leben, allen voran die Vampir-Gene in mir. Gene von jenen Raubtieren, die unsere Eltern getötet hatten. Jezzy, wie ich sie liebevoll nannte schien damit weniger Probleme zu haben, zumindest hatte es den Anschein.
„Jetzt pack schon mit an!“ rief sie mir zu und warf mir einen Sack entgegen, den ich mit Leichtigkeit fing.
Okay es hat auch seine Vorteile ein paar Gene mehr zu besitzen, grinste ich in mich hinein und brachte den Sack in mein Zimmer. Es hatte Parkettfußboden und war in einem warmen grün gehalten. In einer Ecke stand ein kleines Bäumchen und das hellblaue Sofa rundete die Farbkombination des Zimmers ab. Zumindest hab ich mein eigenes Bad, dachte ich mir und blickte in den Wald der unweit von unserem Haus begann.
Gegenüber von meinem Zimmer lag Jezebells, welches schon fast eingeräumt war.
„Summer, beweg dich, ich schlepp hier nicht alles alleine. Deinen Laborkram kannst du selber ins Arbeitszimmer bringen.“
„Ich komm ja schon, hetz‘ nicht so, außerdem habe ich Hunger.“
Ich lief nach unten und grinste meine Schwester an. „Und vergess nicht, ich hab alle Zeit der Welt,“ dann streckte ich ihr die Zunge raus, schnappte mir zwei Koffer und lief wieder nach oben.
Nachdem ich meine Klamotten in mein Zimmer geschmissen hatte, ja mit der Ordnung hatte ich es nicht so, ging ich in die Garage, um mein Labor aus den Holzkisten zu befreien.
Ich hatte von Jezzy zum Einzug eine komplett neue Ausstattung bekommen, die in dem Zimmer neben der Küche aufgebaut war. Es fehlten nur noch die Chemikalien und einige Geräte, die ich aus der Holzkiste holte und in MEIN Labor brachte. Meine Aufzeichnungen waren in einem Koffer, auf meinem MacBook und auf einer CD. Ich hatte mich also mehrfach abgesichert, man wusste ja nie.
„Summer, wenn das so weiter geht, wird es heute nichts mehr mit dem Einkauf.“
Ich liebte meine Schwester, mehr als mein eigenes Leben. Sie war immer für mich da gewesen. Auch wenn sie manchmal etwas nervte und ihre Rolle als große Schwester zu ernst nahm, war sie meine Familie.
So schnell ich konnte, brachte ich die restlichen Geräte ins Arbeitszimmer und rannte dann zur Garage, wo Jezzy stand und mich angrinste.
„Ich fahr,“ sagte ich und hielt meinen Schlüssel hoch.
„Das glaubst du, ich war schneller hier. Außerdem will ich ihn einfahren“, meinte sie und ihre grünen Augen funkelten. In der Sonne die durch die Garageneinfahrt schien, konnte ich sogar den feinen Braunstich sehen, den ihre Augen hatten.
„Menno Jezzy, ich bin dran“, grummelte ich und verschränkte die Arme.
„Sorry Schwesterherz, es gilt das Recht der Älteren.“
Ich gab mich geschlagen, verzog mein Gesicht und setzte mich auf den Beifahrersitz ihres Autos. „Was ist mit Emma?“
„Die sitzt brav vor dem Haus und passt auf, dass keine kleinen Vampirhunde kommen“, antwortete meine Schwester lachend.
Während der Fahrt drehte ich das Radio auf, es lief „Supermassive Black Hole“ von Muse und ich liebte dieses Lied.
Jezzy ließ mich gewähren und schaltete erst um, als das Lied zu Ende war. „Du weißt, der der fährt, darf die Musik bestimmen, dass waren deine Worte.“
„Ja Jezzy vor 50 Jahren, aber schön, dass du dich noch daran erinnerst.“
Meine Schwester lachte in sich hinein, und als wir in Forks ankamen betrachtete ich die kleine Stadt und ihre Menschen die auf den Bürgersteigen liefen.



Auf dem Weg nach Forks rein fiel mir immer wieder auf wie grün es hier doch war. Das war genau das richtige für uns im Moment, etwas ruhiger Wald war die perfekte Abwechslung. Die Bäume flogen nur so an uns vorbei während wir passend dazu rockige Musik hörten.
Mein Magen knurrte bereits, ich war schon ganz gespannt darauf was man am anderen Ende des Landes zu Essen bekam. Jeder Umzug hatte etwas Spannendes und Aufregendes. Es gab viele neue Menschen hier, neue Eindrücke und überhaupt war alles ganz anders. Ein Neuanfang hatte doch etwas Faszinierendes an sich. Und wenn es nur das Entdecken von neuen Mahlzeiten oder lokalen Spezialitäten war. Seit dem Sezessionskrieg waren wir nicht mehr im Nordwesten der US, damals war es sogar „nur“ Portland, und im Staate Washington lebten wir bisher noch nie. Es gab also Grund genug die Gegend auszukundschaften. Auf uns warteten eine Menge neuer Eindrücke, die neue Umgebungen mit sich brachten, vielleicht auch neue Freunde, nur leere Kühlschränke brachte es leider grundsätzlich mit sich.
Obwohl, das stimmte nicht ganz. Anfang der 1930er, als der Kühlschrank dann endlich zur Grundausstattung von amerikanischen Haushalten gehörte, begegneten wir in Boston unserer Lieblingsvermieterin, die uns mit einem vollen Kühlschrank begrüßte. Sie war eine Witwe, die einem ihre ganze Lebensgeschichte erzählte und ein so liebevoller Mensch, dass ich Rotz und Wasser geheult habe als wir eines Tages von der Uni kamen und von den Sanitätern vor unserem Haus erfuhren, dass Mrs. Cox von ihrem Sohn morgens tot aufgefunden wurde. Wir sind nie wieder auf so eine tolle Vermieterin gestoßen. Was wohl auch daran lag, dass wir ganz gerne in unseren komplett eigenen vier Wänden lebten.
Wir fuhren bereits auf den Parkplatz von Thriftway und ich parkte neben einem silbernen Mittelklassewagen, als wir uns in eine heftige Diskussion stürzten, wer durch den strömenden Regen in den Supermarkt durfte.
„Hey“, Summer sah mich wütend an. „Ich musste schon nachgeben, als wir eben losgefahren sind.“
Darauf sagte ich nichts, eigentlich hatte sie Recht, aber ich hatte keinerlei Lust mir mein weißes Shirt zu ruinieren und sah an mir herab.
„Hier“, sagte sie und reichte mir den schwarzen Regenschirm.
Unser jahrzehntelanges - ok, jahrhundertelanges - Zusammenleben funktionierte im Grunde ziemlich gut, aber nur wenn die eine oder andere hin und wieder mal nachgab. Jetzt war es wohl an mir nachzugeben.
„Na gut, aber dafür will ich beim nächsten Mal wieder fahren!“ Ich stellte diese Bedingung mit einem Grinsen auf und merkte, wie meine Schwester überlegte. Ihr gefiel das wohl ganz und gar nicht. „Na?“, hakte ich nach.
Summer rollte mit ihren grünblauen Augen und grummelte ein leises „Ok“, das ich lächelnd entgegen nahm.
Mit dem Regenschirm in der Hand wandte ich mich der Autotür zu, oh mein armes schwarzes Leder, wenn ich die Tür aufmachte, würde es nass werden. Also musste ich mich beeilen, aber nicht zu sehr. Ich hasste dieses Adrenalin, es war so leicht sich unter dessen Einfluss etwas zu schnell für das menschliche Auge zu bewegen. Aber das dürfte nicht sein, sonst fielen wir auf.
Ich versuchte mich zu beeilen und knallte die Autotür zu, aber nicht zu stark, mein liebes armes neues Auto. Binnen weniger Sekunden war ich endlich im Trockenen und versuchte mir erst mal einen Überblick zu verschaffen. Es erinnerte mich an Thriftway in Seattle, wo Summer und ich ein einziges Mal waren, als wir dort das Flugzeug wechseln mussten und einen Tag Aufenthalt hatten. Wie wir uns damals über die Unfähigkeit dieser Fluggesellschaften geärgert haben...
Come the end of this June
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Ayrina

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3

Monday, April 6th 2009, 8:24am

Hallo ihr zwei,

eure Geschichte klingt sehr interessant und die beiden Schwestern sind sehr sympathische Charaktere. Sie sind sich ziemlich ähnlich und doch sehr verschieden. Alleine, wie unterschiedlich sie anscheinend mit ihrem Dasein als Halbvampire umgehen. Ich denke, dass kann noch sehr spannend werden... Sie scheinen ja schon recht lange zusammenzuleben. Jahrhundertelang??? Ui. Ich fand es gut, dass ihr auch angedeutet habt, dass dabei immer mal der eine und mal der andere nachgeben muss, damit es funktioniert.

Viel kann man von der Handlung ja noch nicht sagen, aber eure Schreibstile gefallen mir sehr gut. Sie ergänzen sich super und das Ergebnis lässt sich sehr flüssig und angenehm lesen. Ich finde auch die Idee genial, dass jede immer aus der Sicht einer der Hauptcharaktere schreibt. So kann jede ihren eigenen Stil einbringen. Find ich super!

Summer forscht also an einem Medikament? interessant. Ich frag mich, wogegen das ist. Es wird bestimmt noch eine wichtige Rolle spielen.

Ich werde auf jeden Fall weiterlesen und bin gespannt, was ihr euch noch so ausgedacht habt.

Alles Liebe
Eure Rini :love:
Vielleicht konnte sie einfach sterben. Einfach darauf warten, dass ihr Herz aufhörte zu schlagen.
Doch dieses Glück war ihr nicht vergönnt. Ihr Herz schlug weiter. Das Pochen kam ihr unnatürlich laut vor. Wahrscheinlich würde er es hören. Vielleicht würden
sie es auch hören. Vielleicht würden sie einfach kommen und sie erlösen.

Dubh Rún
(FF)

4

Tuesday, April 7th 2009, 7:21pm

Eure Geschichte hat mir bis jetzt sehr gut gefallen, eure Schreibstile sind nicht zu übertreffen. Die Geschichte ist sehr leicht zu lesen und fesselt einen von Anfang an. Die Charaktere passen sehr gut zusammen. Ich freue mich auf eine Fortsetzung!
Wer glaubt etwas zu sein hat aufgehört etwas zu werden

5

Monday, April 13th 2009, 12:25am

Wunderschönen guten Abend und frohe Ostern!

@Ayrina: Lieben Dank für dein Review! Du hast Recht, die Schwestern sind nicht erst gestern geboren. :D Aber darauf gehen wir später ein.
Das Medikament wird wirklich noch eine Rolle spielen, es ist eine Art Basis für einige Konflikte.

@Alice: Du fleißige FF-Leserin! :D Freut uns, dass du bei uns einen Blick reingeworfen hast! Danke *strahl*

Das nächste Kapitel ist rein aus der Sicht von Jezebell, wir fangen die ersten Kapitel etwas langsam an, sie hängen chronologisch noch dicht beieinander, weil einfach zu viel im Leben der Schwestern passiert, aber dafür ist es umso spannender. Wir hoffen auf weitere Rückmeldungen und wünschen euch ganz viel Spaß beim Lesen!

Maeve&Saralee
Come the end of this June
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6

Monday, April 13th 2009, 12:25am

Seltsame Wesen


Es überraschte mich nicht, dass dieser Supermarkt ähnlich aufgebaut war, wie der in Seattle, so war das mit Kaufhausketten. Ich fand mich aber auch ziemlich leicht zurecht und gleich nach dem Eingangsbereich wurde alles wunderschön ausgeschildert. Dort stand auch schon die erste Deko herum. Für Ende August hätte ich mit etwas Herbstlicherem gerechnet, stattdessen wurde Sommer pur ausgestellt, und zwar in Form von Italien. Ich lief unter einem großen Globus den Gang entlang und sah an allen möglichen Ecken italienische Flaggen. „La Dolce Vita“ wurde mit herrlichen Pastelltönen und schönen Bildern ausgedrückt, die man einfach mit der Toskana verband.
Dementsprechend themenbezogen war auch das Warenangebot an einigen Stellen und ich überlegte, ob ich nicht eine Flasche italienischen Weines mit nähme, nur zur Dekoration natürlich. Aber das Geld war es mir dann doch nicht Wert und ich entschied mich für die gesündere Alternative: Trauben aus Italien.
In der Obstabteilung erschlug mich der süße Duft fast schon, es roch einfach himmlisch. Zu den Trauben gesellte sich weiteres Obst, darunter auch herrlich rotstrahlende Äpfel. Was wir einkauften, war mittlerweile nur noch Routine, zumindest, wenn es nur für kurze Zeit war, im Moment hatten wir auch gar keine Möglichkeit für einen Großeinkauf. Zuhause warteten noch immer etliche Kartons, die ausgepackt werden wollten und Möbelstücke, die aufgestellt werden mussten. Und darunter war auch mein Bett, wie sollte ich denn bitte heute Abend schlafen, wenn ich mich jetzt hier stundenlang aufhielte?
Als ich bei den Getränken stand, rempelten mich ein paar junge Leute an, womit ich aus meinen Gedanken gerissen wurde. Sie trugen schwere Flaschen Hochprozentiges, während die beiden jungen Männer offensichtlich von ihren Freundinnen verfolgt wurden. Sie versteckten sich hinter Regalen und ich fragte mich ernsthaft, ob sie nicht schon etwas gefeiert hatten. Nun gut, das war ja wohl nicht mein Problem. Seltsame Wesen hier in Forks.
Am merkwürdigsten war vielleicht der Mann mittleren Alters, der neben mir stand, während ich eine Packung Toilettenpapier in den Wagen warf. Er war leicht untersetzt und schien nicht mehr alle Haare auf dem Kopf zu haben, doch das konnte ich nur schwer beurteilen, weil er einen riesigen, ganz normalen Cowboyhut trug. Ich grinste, weil mich der Hut an meinen Geburtsort Philadelphia erinnerte, nur dass der Hut fast 100 Jahre nach mir dort entwickelt wurde. Als er sah, dass ich ihn betrachtete, grinste er höflich und tippte mit seiner Hand zur Verabschiedung an den Hut, dass ich mir fast sicher war, dass der Mann nicht aus dieser Gegend kam. Texas war mehrere Bundesstaaten weit weg, womit ich den Hut eher verband. Typisches texanisches Klischee. Texas erinnerte mich aber auch an andere Dinge und ich schauderte als ich rotglühende wilde Augen in meiner Erinnerung sah.
Ich versuchte mich abzulenken und überlegte, was ich noch alles brauchte. In der Ferne sah ich die Glasscheiben des Einganges und erkannte, dass es noch immer in Strömen regnete, also konnte ich mir auch noch Zeit lassen. Die Kaufhausmusik, die sich in dämlich dudelnder Countrymusik äußerte, bemerkte ich jetzt erst, dafür brauchte ich wohl erst den merkwürdigen Mann beim Toilettenpapier, der übrigens feuchtes Toilettenpapier mitgenommen hatte.
Damit bräuchte ich nur noch zwei Caesar Salads und Gummibärchen. Was konnte Summer froh sein, dass sie keine Kariesprobleme hatte, dachte ich mir, bei den Unmengen die sie an Süßem verdrücken konnte. Die Gummibärchen waren schnell gefunden, ich reihte mich neben zwei höchstens 6-jährigen Jungen ein, die mit einem fünf Dollar-Schein diskutierten, was sie sich denn dafür holen könnten. Es war niedlich mit anzusehen, wie sie rechneten und argumentierten. Ich wäre gerne länger stehen geblieben, da mich sowas faszinierte, aber sicherlich wartete Summer draußen schon ungeduldige auf ihre Zuckerration.
Ich schob die alte quietschende Karre vor mir her in den nächsten Gang und wurde überwältigt von einem riesigen Angebot von Sommerdekoration, die sich zum Ende hin in Herbstdeko entwickelte. Wow, schon wieder Herbst, wie schnell das Jahr doch verging. Vor lauter schöner Dinge, Sonnenblumen, buntem Heu, dem ein oder anderen frühen Kürbis, vergaß ich die arme Summer ganz und auch um den Salat könnte ich mich später noch kümmern. Mir fiel mein nacktes Fenster ein, auf dem noch keinerlei Deko hing. Offensichtlich war ich nicht die einzige, die ganz fasziniert von dem reichlichen Angebot war, denn eine ältere Dame gesellte sich zu mir und musterte die unterschiedlichen Artikel ebenfalls. Ich liebte es zu dekorieren und packte mir gleich einen ganzen Haufen Servietten ein und auch ein paar bunte Fensterkristalle, Summer würde sich bestimmt auch darüber freuen.
Nachdem die Frau gegangen war, hatte ich das Gefühl, ich wäre alleine. Alleine auf der Welt, abgesehen von den ganzen schlagenden Herzen um mich herum, meines hörte ich übrigens nur, wenn ich mich auch wirklich darauf konzentrierte. Es war ein merkwürdiger Moment, als ich plötzlich Stimmen hinter mir vernahm. Ich war mir so sicher, dass ich alleine in dem Gang gewesen bin. Doch offensichtlich hatte mich meine Schwäche für Ästhetik vom Wesentlichen abgelenkt.
„Nein, glaub mir, Alice wollte rote Kerzen und keine blauen“, hörte ich eine melodische Männerstimme schräg hinter mir. „Hier.“
„Und wieso hat sie den Rest der Dekoration bitte in Weiß und Blau gehalten? Wo passen denn dann rote Kerzen hin, wenn du nicht gerade irgendeine Nationalfeier abhältst.“ Neben ihm stand offensichtlich eine junge Frau, die jetzt lachte. Es war ein angenehmes Lachen, es hörte sich freundlich und warm an. Aber so hörten sie sich alle an.
Ich versuchte mich auf sie zu konzentrieren, ich versuchte sie zu spüren, versuchte Lebenszeichen zu hören. Dieses Paar konnte ich definitiv nicht spüren, nicht so wie es sonst war. Und ich konnte auch nichts hören, keinen Herzschlag, keine Schritte, keine Bewegungen. Ich versuchte genauer hinzuhören und tat so, als lese ich mir die Beschreibung irgendeines Spieles durch. Alle unwichtigen Umgebungsgeräusche versuchte ich auszublenden und konzentrierte mich nur auf sie. Ihre Bewegungen waren fließend, ihre Schritte kaum hörbar, ihr Atem ging unregelmäßig und ihre Stimmen waren klar, melodisch, schön.
Der Umstand, dass ich mich irgendwo in der Pampa in einem Kaufhaus befand und dort auf irgendwelche Blutsauer traf, hätte ich für vollkommen unmöglich gehalten. Langsam legte ich das Spiel wieder weg und versuchte so wenig Aufmerksamkeit auf mich zu richten wie nur möglich. Wenn ich Glück hatte, dann hielten sie mich für einen von diesen Menschen. Wenn die Menschen Glück hatten, hielten sie mich für einen von ihnen.
Ich stand mit dem Rücken zu ihnen, aber jetzt hörte ich sie. Sie sprachen nicht, sondern nahmen einzelne Dinge aus den Regalen. Solange ich sie hören konnte, war alles gut. Sie würden sich nicht trauen in einem Supermarkt voller Leute irgendwelche dummen Dinge zu machen. Und wenn doch?
Dann war ich Schuld. Die Folgen mochte ich mir nicht ausmalen. Ich schätze die Anzahl der Käufer auf gut 50 und sah schon die Schlagzeilen. „Amoklauf in einem Supermarkt, 50 Menschen tot“. Nein, ein Amoklauf wäre wenig effektiv als Erklärung. Ein Großbrand. Herrgott, es war doch vollkommen egal, wie man es erklärte.
Und dann war da noch meine Schwester.
Ich musste hier raus. Das Risiko, diese Vampire auf mich aufmerksam zu machen konnte ich nicht eingehen. Wer wüsste, wie sie auf mich reagierten? Wie die anderen Vampire vielleicht? Würden sie mich angreifen? Töten wollen? Wie die anderen auch?
Vor meinem inneren Auge spielten sich diverse Kampfszenen ab und während ich versuchte meinen Herzschlag halbwegs unter Kontrolle zu bringen, griff ich langsam nach meinem Einkaufswagen. Ich könnte ihn nicht einfach stehen lassen, das würde noch mehr Verdacht erregen. Aber wenn es soweit kommen würde, wenn sie einen Verdacht hegten, dann würde ich sicherlich nicht kampflos untergehen.
Nein, eigentlich machte ich mir um mich weniger Sorgen als um den Rest des Supermarktes. Wer könnte mir garantieren, dass diese Vampire es mit Humor nähmen? Und hey, ich bin übrigens sowas wie ihr. Nur nicht ganz. Sowas halbes halt. Schön euch kennenzulernen. Diese Nervosität ließ mich verblöden, merkte ich. Ich war mir ziemlich sicher, dass sie diesen Umstand nicht humorvoll hinnähmen. Im Gegenteil. Sie würden so reagieren wie alle anderen auch. Angst, Furcht, Hass. Sie würden versuchen uns zu töten, nicht zu zerstören, denn im Gegensatz zu ihnen lebten wir. Und wenn sie das in diesem Supermarkt täten...
Ich versuchte den Griff auf meinem Einkaufswagen zu lockern, und ging normalen Schrittes in die entgegengesetzte Richtung, zu der sie standen. Wäre ich an ihnen vorbei gelaufen, würde ich die Möglichkeit erhöhen, dass sie mich hätten riechen können. Im Gang bestand die Möglichkeit nicht unbedingt. Vampire waren keine Überdinge, auch sie brauchten einen Luftzug um Gerüche wahrzunehmen. Glücklicherweise kam in dem Moment kein Luftzug und ich bog um die Ecke in Richtung der Kassen.
Vielleicht hätte ich noch einen Blick auf sie werfen sollen. Aber was hätte mir das gebracht? Sie sahen sicherlich wie alle anderen auch aus. Auf dem Weg zur Kasse versuchte ich mich auf sie zu konzentrieren. Es machte mich verrückt, es war schier unmöglich, dass ich sie nicht spüren konnte, so wie alle anderen Vampire auch. Wieso ging das nicht? Lag es an mir? Lag es an diesem Gebäude? An dieser Gegend? Aber das konnte nicht sein. Vielleicht hatte ich nachgelassen, wir hatten bis jetzt etwa 15 Jahre keinen Kontakt mehr zu Vampiren gehabt, was auch daran lag, dass wir hin und wieder in sonnigen, oder vorwiegend sonnigen Gegenden lebten.
Als ich an den Kassen angekommen war, wählte ich eine SB-Kasse, die frei war. Den Stress wollte ich mir jetzt ersparen vor einer Menschenmenge an der Kasse zu warten und von einer offensichtlich genervten Kassiererin bedient zu werden.
Es ging verhältnismäßig schnell, ich war froh für diese Entwicklung, und schob ein Teil nach dem anderen unter den Scanner bevor ich mit meiner Karte bezahlte. Aus Neugierde ließ ich meinen Blick über die Gänge des Supermarktes schweifen, während ich meine Einkäufe in zwei Papiertüten packte. An den Anblick von Vampiren war ich gewöhnt, keine Frage. Schließlich sah ich jeden morgen etwas Ähnliches im Spiegel und meine Schwester war genauso eine Schönheit. Doch als mich diese Augen anstarrten war ich geschockt. Der Mann mit der melodischen Stimme von vorhin, es musste er gewesen sein, denn ich konnte wieder keine Verbindung zu ihm aufbauen, sah mich aus merkwürdigen Augen an. Ich hielt inne und starrte ihn fast schon an, es waren nur Sekundenbruchteile, doch für uns beide war es viel länger.
Dieser Mann sah mich aus Augen an, die absolut fremd auf mich wirkten. Ich konnte es nicht erklären, zu geschockt war ich noch immer darüber, dass ich ausgerechnet in einem Supermarkt eines kleinen Kaffes auf jemanden wie ihn stoßen würde. Ob er wirklich ein Vampir war? Langsam begann ich zu zweifeln.
Dennoch hatte ich die Hoffnung, dass er in mir noch immer nur einen Menschen sah, für einen Menschen war dies nur ein flüchtiger Blick, nichts Bedeutendes. Auch er sah relativ schnell wieder weg, was mich hoffen lies, er beobachte mich nicht. Im Gegenteil, er wandte sich wieder seiner Begleiterin zu, die mit welligem dunkelbraunem Haar neben ihm mit einer Plastiktüte voller Litschis auftauchte. Er schien mich nicht weiter zu beachten. Also war ich doch nur ein Mensch für ihn. Gott sei Dank.
Vorsichtig nahm ich meine Papiertüten, den Wagen konnte ich im Markt selber abgeben, und versuchte bewusst langsam nach draußen zu gehen, auch wenn ich am liebsten gerannt wäre. Ich setzte langsam einen Fuß vor den anderen und nachdem ich draußen war, außer Sichtweite dieses Wesens, ging ich schnelleren Schrittes zu meinem Wagen in dem Summer noch immer saß. Sie grinste mich an und ich nickte ihr zu. Eilig packte ich die Tüten auf den Rücksitz und schwang mich auf meinen Fahrersitz.
Ich startete den Wagen und sah mich nochmal um, ob dieses Etwas vielleicht gerade aus Thriftway heraus käme. Als niemand Besonderes aus dem Laden kam, außer einer jungen Frau mit einem Kinderwagen, wo mir noch kurzzeitig der Atem stockte, entspannte ich mich langsam wieder.
„Summer?“, begann ich, in der Hoffnung, dass mir meine noch fehlenden Worte einfallen würden. Ich musste ihr zweifelsohne davon erzählen, doch wusste ich nicht wie. Hatte ich nun Vampire gesehen oder nicht? Was hatte ich überhaupt gesehen?
Die Welt, in der Summer und ich lebten, spielte sich in Wirklichkeit zwischen zwei Welten ab, wir saßen zwischen den Stühlen, gehörten weder in die eine, noch in die andere Welt. Wir waren gefangen in der Dämmerung zwischen Sonnenuntergang und der schwarzen, dunklen Nacht, wir waren Kinder der Blauen Stunde.
Am einfachsten lebte es sich für uns unter Menschen, solange wir einige Regeln beachteten, wie z.B. alle paar Jahre unser Umfeld ändern und wegziehen. Wie jetzt, jetzt standen wir ein weiteres Mal am Anfang und versuchten unser Leben zu leben. Aber ob das nach diesem „Treffen“ im Markt überhaupt noch möglich war?
„Was ist?“, meine Schwester sah mich schräg von der Seite an und legte ihre Stirn in Falten. Wie sollte ich es ihr bloß erklären?
„Ich weiß nicht, was es war, aber in diesem Supermarkt, waren zwei-“, ich wurde leiser und brach ab. Ja, was genau war das bitte?
„Zwei was?“, bohrte sie nach. „Jezzy, was war da?“
„Vampire“, flüsterte ich.
Und dann schrie sie. „Das ist doch wohl nicht dein Ernst. Wie konnte das nur passieren? Wieso hast du nicht vorher geschaut? Mein Gott, Jezebell, bist du wahnsinnig?“
Sie hatte Recht, ich schwieg und versuchte Revue passieren zu lassen, was genau geschah. Doch ich würde zu keiner Lösung finden. Es war meine Aufgabe uns vor anderen Vampiren zu schützen. Ich musste die Gegend auskundschaften, erspüren, ob sich Vampire dort aufhielten.
„Summer, die waren anders“, versuchte ich zu erklären. „Du weißt, dass ich nicht gedankenlos einen Raum betrete. Glaubst du es war ein Vergnügen diese beiden Blutsauger auf einmal im Nacken zu haben?“
„Blutsauger“, sie schnaufte.
Ich schüttelte den Kopf. Wir waren nicht viel anders.
„Haben sie dich gesehen?“
„Ja und nein. Sie haben nicht den Anschein gemacht, als wären sie irgendwie auf mich aufmerksam geworden.“
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7

Monday, April 13th 2009, 3:48pm

Schön, es freut mich sehr so tolle Geschichten, wie diese, lesen zu können. Endlich sind die Cullens im Spiel, waren es Bella und Edward, Esme und Carlisle oder doch Rosalie und Emmett? Großes Lob an Dich! Ich freue mich auf eine Fortsetzung.
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Ayrina

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8

Tuesday, April 14th 2009, 10:08am

Was für ein schönes Kapitel!! Und was für ein interessanter Einkauf. ich frage mich auch, welche Cullens es waren. Irgendwie tippe ich auf Emmet und Rosalie... Carlisle und Esme würden glaube ich nicht so diskutieren... weiß auch nicht warum. Oder Bella und Edward. Ist Bella hier schon ein Vampir? Spielt sie überhaupt mit??

Für Ende August hätte ich mit etwas Herbstlicherem gerechnet, stattdessen wurde Sommer pur ausgestellt, und zwar in Form von Italien
Da hatte ich im ersten Moment schon Weihnachtsdeko erwartet, wenn man bedenkt, dass im September hier schon die ersten Schoko-Weihnachtsmänner in den Regalen standen...

In der Obstabteilung erschlug mich der süße Duft fast schon, es roch einfach himmlisch
meines hörte ich übrigens nur, wenn ich mich auch wirklich darauf konzentrierte.
Hmm, ich frage mich, was die beiden sind. Denn offenbar mögen sie "Menschen-Essen", was ja bei Vampiren nicht gegeben ist. Vampire also offenbar nicht. Sind sie auch die Kinder von Vampir und Mensch? Wie Nessie? Sind sie dann Halbgeschwister oder Zwillinge oder wie hat ihre Mutter die Geburt des ersten Kindes als Mensch überlebt, um danach noch eins zu bekommen?? Fragen über Fragen... :rolleyes:
Wir waren gefangen in der Dämmerung zwischen Sonnenuntergang und der schwarzen, dunklen Nacht, wir waren Kinder der Blauen Stunde.
Das war eine wunderschöne Textstelle. Hier habt ihr den Titel mit eingebaut und ich finde "Blaue Stunde" klingt einfach wunderschön. Da hatte ich echt ne kleine Gänsehaut...

Geschrieben war das Kapitel groartig. keine Rechtschreibfehler, perfekte Absätze und sehr sehr angenehmer Schreibstil. Es liest sich wirklich flüssig und du hast der Umgebung und den Details genau die richtige Menge an Beachtung gescheknt. Ich habe nichts auszusetzen und bin einfach nur begeistert!! :thumbup:

Alles liebe und ich freu mich auf das nächste Kapitel!
Eure Rini
Vielleicht konnte sie einfach sterben. Einfach darauf warten, dass ihr Herz aufhörte zu schlagen.
Doch dieses Glück war ihr nicht vergönnt. Ihr Herz schlug weiter. Das Pochen kam ihr unnatürlich laut vor. Wahrscheinlich würde er es hören. Vielleicht würden
sie es auch hören. Vielleicht würden sie einfach kommen und sie erlösen.

Dubh Rún
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9

Wednesday, April 15th 2009, 2:09pm

@Alice, es freut mich das dir die Geschichte gefällt, wir hoffen, dass es auch so bleibt.

@Ayrina, wer von den Cullens da im Supermarkt war, wird bald rauskommen *g* so und nun versuche ich mal auf deine Fragen zu antworten, ohne was vorweg zu nehmen.
Summer und Jezzy sind Halbvampire - daher auch der Titel "Blue Hour" sie sitzen sozusagen zwischen den Stühlen, auf der einen Seite die menschlichen Aspekte und Gene die sie in sich tragen, auf der anderen Seite der Vampir Anteil. Beide haben den gleichen Vater, aber unterschiedliche Mütter. Darauf gehen wir aber noch ein - glaube ich *g*
Danke für dein liebes Review :D

So und da Ferien sind, hab ich mir gedacht poste ich gleich noch Summers Sicht hinterher. Viel Spaß beim Lesen :book:
"A hug and some kind words can change the world"
Kellan Lutz


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10

Wednesday, April 15th 2009, 2:10pm

Vampire in Forks






Total gelangweilt saß ich im Auto und wäre jetzt doch lieber mit Jezzy im Supermarkt gewesen. Das nächste Mal nehme ich Emma mit, dann hab ich was zu kuscheln, dachte ich mir, legte meine Füße auf das Armaturenbrett und beobachtete die Leute im Regen.
Sobald ich Jezzy den Supermarkt verließ mussten meine Füße sofort runter, sie wäre sicher nicht begeistert, wenn ihr heiliges Auto beschmutz werden würde.
Hoffentlich denkt sie an meine Gummibärchen, kam mir der nächste Gedanke, als ich zwei Mädchen beobachtete, die zu ihren Auto liefen. Sie trugen sehr kurze Röcke, für meinen Geschmack zu kurz und ihre Oberteile hatten auch wenig Stoff.
Mein Blick schweifte über den Parkplatz und ich dachte an die Zeit zurück, wo die Menschen noch in Kutschen unterwegs waren. So viel hatte sich verändert, so viel Technik war dazu gekommen. Dinge mit denen es sich leichter leben ließ und doch war es für Jezzy und mich schwieriger geworden. Durch die Datenvernetzung war es nicht mehr so einfach neue Identitäten anzunehmen – daher mussten wir versuchen so lange wie möglich an einem Ort zu bleiben.
Jezzy stieg etwas abgehetzt in den Wagen und ich spürte, dass etwas nicht stimmte. Nach so vielen Jahren des Zusammenlebens, war sie manchmal wie ein Buch für mich. Ich wollte wissen, was passiert war, doch nach ihrer Antwort hätte ich die Frage lieber wieder zurückgenommen. Es schockierte mich und alte Bilder krochen in mir hoch. Bilder von Verfolgungen und Drohungen. Nichts was ich wieder erleben wollte.
„Haben sie dich gesehen?“ wollte ich wissen und blickte Jezzy scharf an.
„Ja und nein. Sie haben nicht den Anschein gemacht, als wären sie irgendwie auf mich aufmerksam geworden.“
„Bist du dir sicher?“
„Ich weiß es nicht hundertprozentig, denn der Kerl war anders.“
Ich sah, dass sie zu überlegen schien, was mich nur noch neugieriger machte. Mein Hunger von eben war wie weggeblasen, nun war es der Wissensdurst der mich überkam.
„Seine Augen, solche Augen habe ich noch nie gesehen. Sie waren golden wie Bernsteine.“
„Was? Sicher, dass er ein Vampir war. Vielleicht hast dich nur getäuscht.“
„Summer, sie hatten keinerlei Lebenszeichen. Sie waren unnatürlich schön. Alles an ihnen wirkte anziehend. Bis auf diese Augenfarbe, erfüllten sie alle Kriterien eines Vampirs.“
Ich war zwiegespalten. Auf der einen Seite hatte ich Angst und diese war in meinen Augen nicht unberechtigt und auf der anderen Seite war da meine Neugier. Bernsteingoldenen Augen, dachte ich und fragte mich warum dies so war.
„Was machen wir jetzt?“ fragte ich Jezzy, die nachzudenken schien.
„Wir ziehen weg!“
In mir sträubte sich alles. Mittlerweile hasste ich diese Umzüge. Ich wollte einfach normal leben, so normal wie möglich zumindest. Knapp 15 Jahre klappte es und ich wollte nicht, dass diese dreckigen Blutsauger es wieder zunichte machten.
„Nein wir ziehen nicht weg. Nicht bevor wir wissen, ob sie uns erkannt haben. Vielleicht leben sie ja gar nicht hier und sind nur auf der Durchreise.“
Bei diesem Gedanken hätte ich normalerweise losgelacht. Vampire auf Durchreise, die einkaufen gehen, wie abstrakt war dies bitte?
„Lass uns bitte abwarten. Jezzy, ich will nicht schon wieder alles hinschmeißen, vor allem nicht jetzt, wo wir noch nichtmal angefangen haben.“
Eigentlich war ich diejenige, die am meisten Angst hatte, doch ich wollte mir diesmal nicht mein Leben verbauen lassen.
Unwillkürlich blickte ich in den Rückspiegel, für den Fall der Fälle, wir würden verfolgt werden. Oh wie ich diese Muster hasste in die ich mich gerade zurück begab.
Meine Gedankengänge wurden unterbrochen, als wir vor unserem Haus hielten. Noch mal ein flüchtiger Blick in den Rückspiegel und ich öffnete die Türe.
Jezzy nahm stillschweigend die Tüten und trug sie zum Haus. Ich wusste, dass sie sich Sorgen um uns machte. Sorgen um mich, aber mir erging es nicht anders und trotzdem wollte ich mich nicht wieder einschüchtern lassen. Wir waren einfach zu lange auf der Flucht gewesen.
Emma kam mir entgegen und sprang mich an, wäre ich ein Mensch, hätte sie mich mit Leichtigkeit umgeworfen. So lagen ihre Vorderpfoten auf meinen Schultern und ihre Zunge schleckte einmal durch mein Gesicht.
„Emi, lass das,“ lachte ich und Emma trottete mir schließlich hinterher ins Haus.
Dort stellte ich die restlichen Tüten auf den Küchentisch und blickte meine Schwester an.
„Und?“
„Wenn die hier leben, wenn...“
„Wenn, wenn, wenn – Jezzy du hast gesagt, dass sie anders sind, lass uns doch einfach abwarten!“ Sagte ich das gerade wirklich? Wo war meine Übervorsicht hin, meine Bedenken?
„Dass ich sowas mal von dir zu hören bekomme, dass ist ein Kreuz im Kalender wert.“
„Ha, ha – aber, schön dass du deinen Witz noch hast. Was ist nun?“
„Ja wir bleiben, aber sobald etwas vorfällt sind wir weg.“
„Danke Schwesterlein,“ erwiderte ich und fiel ihr um den Hals. Ich war froh, dass wir nicht gleich unsere Koffer wieder packen mussten, bzw. auspacken konnten. Ich schnappte mir die Tüte Gummibärchen und setzte mich aufs Sofa.
„Vielleicht solltest du dann auch mal deine restlichen Sachen auspacken, ich räume dir nicht hinterher – du bist alt genug.“
„Was? Ich bin erst 21 Jahre,“ gab ich gespielt beleidigt zurück.
Eine zusammengeknüllte Tüte kam aus der Küche geflogen und verfehlte Haarscharf meinen Kopf. „Ganze 221 Jahre bist du 21 Jahre alt – so langsam solltest du wissen wie man Koffer auspackt – aber irgendwie ist dir da was verloren gegangen, denn einpacken kannst du sie noch immer nicht ordentlich. Los jetzt, beweg dich nach oben.“
Grummelnd legte ich meine Gummibärchen weg und ging in mein Zimmer, um die Koffer und Kisten auszupacken.
"A hug and some kind words can change the world"
Kellan Lutz


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11

Wednesday, April 15th 2009, 7:15pm

Schön, geschwisterliche Kabbeleien, super geschrieben wie immer! Kompliment, eure Geschichte macht mich neugierig auf eine Fortsetzung.
Wer glaubt etwas zu sein hat aufgehört etwas zu werden

stupid lamb

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12

Wednesday, April 15th 2009, 8:14pm

Toll geschrieben, Kompliment :-)



liebe Grüsse

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Ayrina

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13

Thursday, April 16th 2009, 12:44pm

Hallo ihr,

das war wieder ein wunderschönes Kapitel. Die Beziehung zwischen den beiden Schwestern gefällt mir sehr gut. Sie zeigt, wie nah die beiden sich stehen und wie lange sie schon zusammenleben. Ich bin gespannt, ob ihr es zwischen den beiden nochmal so richtig krachen lasst, denn ein wenig Konfliktpotenzial sehe ich schon. Während Jezebell (übrigens wirklich genialer Name, hab ich noch nie gehört) eher vorsichtig zu sein scheint, wirkt Summer etwas abenteuerlustiger auf mich. Bin sehr gespannt was ihr daraus noch macht.

Ich fand es auch sehr schön, dass ihr darauf eingegangen seid, wie sehr ihr Leben sich im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und wieviel schwieriger es geworden ist.

Geschrieben war es wie immer super. Der Stil ist flüssig und fesselnd und ich freu mich schon sehr auf das nächste Kapitel! Und ich bin gespannt, wann sie das erste Mal richtig auf einen Cullen treffen und wie die reagieren. Hängt ja sehr davon ab, ob Nessie schon geboren ist. Wenn ja werden sie es recht locker sehen, wenn nciht... sehr spannen ;)

Alles Liebe
Eure Rini :love:
Vielleicht konnte sie einfach sterben. Einfach darauf warten, dass ihr Herz aufhörte zu schlagen.
Doch dieses Glück war ihr nicht vergönnt. Ihr Herz schlug weiter. Das Pochen kam ihr unnatürlich laut vor. Wahrscheinlich würde er es hören. Vielleicht würden
sie es auch hören. Vielleicht würden sie einfach kommen und sie erlösen.

Dubh Rún
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14

Thursday, April 16th 2009, 1:21pm

@ all, Danke für die lieben Reviews :D

Auch wenn Sara sich, sicher noch zu Wort melden wird - schreib ich jetzt trotzdem mal was.

@Ayrina, ich find es interessant, dass du die Schwestern so sieht - denn sie sind genau andersrum. Jezzy ist die Starke und Summer ehr die Ängstlichere, darauf werden wir aber noch eingehen. Zum Konfliktpotential - ja da wird noch einiges kommen, an einer Sache arbeiten wir gerade :D
Die Story spielt 2007, sie knüpft an Breaking Dawn an, Nessie ist zu diesem Zeitpunkt etwa 3 - 4 Jahre alt.
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15

Thursday, April 16th 2009, 4:31pm

Jahaaa... jetzt möchte ich auch was sagen... :D

Da wir ja in der letzten Zeit wirklich einiges an freien Tagen hatten, schließ ich mich Maeve mal an und poste auch noch was. Aber das wird jetzt nicht zur Gewohnheit! :D


Vorher, geh ich aber noch auf die Kommentare ein. =)

@Alice: Danke für deinen Kommi! Es freut mich, dass du unsere Geschichte liest! :D Tja... wer das wohl war? *lach* // Ja, die Schwestern haben sich ganz, ganz doll lieb! Haben sie wirklich, aber wie Schwestern können sie sich auch mal fetzen... =)

@Ayrina: Hmm... ja... So etwas Sommerliches war für Ende August vllt. schon etwas spät, aber hey! Die werden von der Sommerdeko sicher sofort zur Halloween-Deko wechseln. *lach*
Die Textstelle ist ein großer Punkt unserer Geschichte, sozusagen die Essenz, wir haben uns da echt Gedanken gemacht... Die Blaue Stunde heißt eigentlich nichts anderes als Dämmerung, was wiederum Twilight ist, aber da ging es uns nicht um Twilight/Dämmerung, sondern wirklich um die Bedeutung der Blauen Stunde.
Der Name Jezebell wird eigentlich Jezebel geschrieben, ich weiß auch nicht wieso ich ihn mit zwei L geschrieben habe, aber so gefällt er mir wesentlich besser. Und kein Wunder, dass du ihn nicht kennst, er ist wirklich sehr, sehr selten. Aber das Mädel is ja auch net ind en 1980er geboren und heißt Sabine. *grins* (Nichts gegen Sabines, aber habt ihr die Sendung zum Durchschnitts-Deutschen gesehen? Sabine ist ein sehr häufig genutzter Name!)
Und was wäre das Leben nicht langweilig ohne Konflikte? Wie Maeve schon sagte arbeiten wir gerade an einem, nur liegt der leider noch etwas in der Zukunft... Jedenfalls dieser. Ansonsten kommt in naher Zukunft noch genug auf die Schwestern und euch zu. Es hat wirklich Spaß gemacht das zu schreiben und noch immer zu schreiben.
Aber ich kann dir nur zustimmen, Jezebell und Summer habe ich in den Kapiteln oberflächlich auch so empfunden, das hast du gut beobachtet. Aber der erste Konflikt folgt in Kürze, da sieht man dann das, was Maeve meinte. Aber das hat auch ganz, ganz viel mit ihrer Vergangenheit zu tun, auf die wir in den späteren Kapiteln auch noch eingehen werden.

@stupid lamb: Äh, danke! ^^

Und sonst... Viel Spaß beim nächsten Kapitel!
Come the end of this June
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16

Thursday, April 16th 2009, 4:48pm

Vampire in Forks


Der Abwasch war schnell erledigt, die Erfindung der Spülmaschine war eine tiefgreifende Erfahrung, niemals konnte ich mir vorstellen ohne sie weiterleben zu wollen. Ich grinste über meine merkwürdigen Gedanken und ging rüber in unser neues Wohnzimmer, das endlich komplett eingerichtet war. Gut, hier und da konnte man noch etwas verändern, aber für's erste war es wirklich ansehnlich.
Ich fläzte mich auf das Sofa und genoss die schönen weichen Kissen. Lange konnte ich allerdings nicht entspannen, denn kurze Zeit später kam Emma angedackelt und legte ihre Schnauze auf meinen Bauch. Das war ihr Zeichen dafür, dass sie gekrault werden wollte. Ich rutschte etwas weiter Richtung Lehne und machte für die riesige Hundedame Platz. Argh, an den Gestank musste ich mich wohl gewöhnen, denn erst mal mussten wir uns auch mit dem Regen arrangieren.
Während im Hintergrund etwas rockige Musik lief, ließ sich Emma vor mir ihre dicke Plauze massieren. Wäre sie eine Katze, hätte sie jetzt sicherlich geschnurrt. Ich war fast eingeschlafen, als ihr tiefes Knurren mich aus meinem Halbschlaf riss. Wieso knurrte sie jetzt? Das tat sie doch sonst auch nie, wenn ich aufhörte sie zu kraulen.
Doch dann spürte ich es auch. Mein Herz schlug Saltos und ich hörte vor unserem Haus ein Auto halten. Es war ein leises Geräusch, es musste ein neueres Auto sein. Was für nebensächliche Gedanken ich doch hatte.
Ich überprüfte meine Erkenntnis zu den Personen im Auto, es waren zwei. Und es waren definitiv Vampire. Es konnten nicht die Vampire aus dem Supermarkt sein, wie hätten sie uns finden können? Und außerdem hatte ich schon dort kein Gefühl für sie. Jetzt war es anders. Ich konnte definitiv zwei mir vollkommen fremde Vampire vor unserem Haus spüren.
Emma fing an zu kläffen, das half auch nicht. Ich versuchte sie zu beruhigen, man musste sie ja nicht provozieren.
Es wunderte mich, dass sie nicht ins Haus kamen, sondern klopften. Ob ich aufmachen sollte? Was wenn sie mich oder uns angriffen? Summer! Sollte ich ihr Bescheid sagen?
Ich atmete tief durch, es waren einige Sekunden vergangen und ich entschied mich, mein Glück zu versuchen. Viel hätte nicht passieren können, wenn ich die Hilfe meiner Schwester gebraucht hätte, wäre sie binnen Bruchteilen einer Sekunde anwesend.
Langsam ging ich auf die große Tür zu, hinter der Verzierung aus schweren Eisenstäben und einer Art Milchglas konnte ich sie erkennen. Bereits dieser Blick ließ mich wissen, dass es nicht die beiden aus dem Supermarkt sein konnten, dafür war die eine Person zu klein und sie schien dunkle Haare zu haben, dunkler als die der anderen Vampirfrau. Ich war nervös und hinter mir stand Emma in Abwehrhaltung, sie knurrte.
Ich wägte noch einmal ab, ob ich wirklich öffnen sollte, ob sie aus dieser Entfernung etwas hätten erfahren können? Mein Herz schlug ganz normal und meine Körpertemperatur hätten sie durch diese Tür niemals erfahren können. Würde ich diese Tür jetzt öffnen, wäre es zu spät. Aber zu spät war es sowieso schon. Sie hatten uns gefunden. Jetzt lag es an ihnen, welche Intentionen sie besaßen oder an uns, ob wir uns verteidigen konnten.
Glücklicherweise stand unser Haus weit weg von anderen Häusern, käme es zu einem Kampf, würde es wahrscheinlich niemand mitbekommen.
Als ich die Tür öffnete, griff ich nach Emma um sie zu beruhigen, um mich zu beruhigen. Und dann standen sie vor mir. Ich war geschockt als ich ihn erkannte, er war es, den ich im Supermarkt gesehen habe. Aber wieso konnte ich ihn jetzt spüren? Wieso dort nicht?
Ich versuchte mir meine Nervosität, oder sollte ich Panik sagen?, nicht ansehen zulassen. Auch wenn gerade zwei dämliche Blutsauger vor unserer Tür standen.
Neben dem großen dunkelblonden Mann stand eine kleinere schwarzhaarige Frau, sie erinnerte mich an eine Porzellanpuppe. Es war immer wieder interessant welche Erscheinung Vampire haben konnten, wenn dahinter doch so viel mehr steckte.
„Hallo, ich bin Alice!“, sprudelte es aus ihr heraus. „Das ist Edward.“
Ich hatte nicht vor ihnen meinen Namen zu sagen. Obwohl, die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn bereits kannten, war nicht gerade winzig.
„Jezebell“, sagte ich dann doch.
Während ich mit der einen Hand den inneren Türgriff umklammerte, immer bereit ihnen die Tür vor der Nase zuzuschlagen, hielt ich Emma mit der anderen Hand zurück. Ihr gefiel unser netter Besuch scheinbar auch nicht.
Der Mann schaute zu ihr hinunter und grinste.
„Hi“, sagte die kleine Vampirfrau. „Du wirst sicher überrascht sein, uns hier zu sehen.“
Ach, bestimmt nicht.
„Was kann ich für euch tun?“, wollte ich wissen. Je schneller diese ganze Show vorbei war, desto schneller konnten wir unsere Sachen packen und Forks den Rücken kehren, wobei ich mich doch fragte, was hinter ihnen steckte. Ich musterte den Blutsauger, der sich mir als ‚Alice‘ vorgestellt hatte. Ich konnte nicht leugnen, dass sie einen freundlichen Eindruck auf mich machte. Sie war gut gekleidet, zu gut für einen Vampir. Scheinbar war sie doch anders, ich überlegte und versuchte meine Gabe etwas zu meinen Gunsten einzusetzen. Es war schwieriger als ich gedacht hatte, mich machte meine Schwester nervös, die nichts wusste und Emma wollte auch nicht aufhören zu knurren. Ich hätte meinem Hund mehr Glauben schenken sollen.
Vor meinem Auge nahmen die Bilder die Haarfarbe von ihr an, es war schwarz, irgendetwas stimmte nicht mit ihrer Verwandlung. Das war mir noch nie passiert. Diese Blutsauger in Forks waren einfach nicht normal.
Ich schaute den anderen Vampir an, der anlächelte. Als ob ich darauf hereinfallen würde. Mir fielen wieder seine Augen auf, sie hatten beide diese merkwürdig goldenen Augen.
Er war es, der nun sprach. „Wir haben gedacht, dass wir dich vor ein paar Tagen wohl etwas erschrocken haben. Und das wollten wir klären, bevor wir wieder aufeinander stoßen.“
Aha. Wieder aufeinander stoßen?
„Wir wohnen hier in der Gegend.“
WOHNEN?
„Hier in Forks.“
Das war zu viel. Nicht, dass auf einmal Vampire zu uns nachhause kamen, nein, sie wollten uns in der Nachbarschaft begrüßen. Und wo blieben bitte die Kekse? Wo war der Kuchen?
Er lächelte mich weiterhin an, doch jetzt etwas breiter. Vielleicht waren sie ja doch nicht so gefährlich. Welcher Vampir ließ sich wohl irgendwo nieder? Außer uns, aber wir hatten ja noch unsere menschliche Seite.
Ich sah ihm in die Augen, als ob ich die Wahrheit darin hätte lesen können. Grün, fiel mir als Stichwort ein. Dieser Mann, Edward, musste als Mensch grüne Augen gehabt haben. Bei ihm war es einfacher. Ich hatte sofort ein Bild vor Augen. Ein blonder Mann beugte sich über ihn, überall war weißer Stoff, ich spürte eine Hitze in mir aufkommen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Er war schon vor seiner Verwandlung krank. Mit ihm verband ich Neuseeland, er musste irgendwann zwischen 1914 und 1926 verwandelt worden sein.
„Dürfen wir reinkommen?“, diese Alice lächelte mich mit glänzenden Augen an.
Wieso nicht? Ob es hier vor der Tür oder im Haus zu einem Kampf käme, der Ort wäre ziemlich egal. In Gedanken hatte ich unser Haus bereits abgeschrieben, als ich Emma hinter mich zog, die den Besuch überhaupt nicht mochte. Aber das lag eher daran, dass sie Vampire waren, und für Tiere schlichtweg Feinde. Ich öffnete die Tür weit genug um ihnen zu signalisieren, dass sie eintreten durften.
Hinter ihnen schloss ich die schwere Tür wieder und befahl Emma mit dem Knurren aufzuhören. Auch wenn ich sie verstehen konnte, was das nur ein weiterer Stressor.
Sie blieben wenige Schritte hinter der Tür stehen und drehten sich zu mir.
„Ihr wohnt hier in der Nähe?“, meine Neugierde war bestimmt zu hören.
„Ja, genau. Nördlich von Forks, auch etwas abseits wie ihr.“ Alice strahlte mich noch immer mit einem breiten Grinsen an, wäre sie kein Vampir, hätte ich definitiv Sympathie für sie empfinden können.
„Wir möchten euch nichts tun“, ergriff Edward mit den bronzenen Haaren das Wort. Er beantwortete sprichwörtlich meine Gedanken. Aber die waren auch nicht schwer zu erraten. Mich wunderte es nur, dass sie noch keinen Versuch gestartet haben, mir seltsame Fragen zu stellen. Ihnen musste doch klar sein, dass ich kein normaler Mensch war. „Wir sind anders, als andere Vampire.“
Danke, als wäre mir das noch nicht aufgefallen.
Er grinste und fuhr fort. „Wir leben seit ein paar Jahren hier in der Gegend und wir jagen keine Menschen.“
Bitte was? Wollten sie mich jetzt verarschen?
„Deswegen sind unsere Augen auch nicht rot“, fügte Alice hinzu.
Faszinierend. Ich wusste nicht, dass das überhaupt möglich war. In Gedanken erinnerte ich mich an einen Versuch von Summer, als sie auf einmal magentafarbene Augen hatte. Ich mochte mich gar nicht daran erinnern, ich hätte sie für diesen Vorfall ohrfeigen können.
Sie lachte. „Du bist aber nicht sehr gesprächig.“
„Ich denke nicht, dass sie jeden Tag Besuch von Vampiren bekommen“, Edward grinste seine Freundin an.
Mein Herz schlug noch immer in Rekordgeschwindigkeit, doch als ich auf einmal meine Schwester hinter mir hörte, merkte ich, dass sie noch panischer sein musste. Ihr Herz schlug um einiges schneller als das meine. Ich drehte mich zu ihr um, leicht nervös weil ich den Blutsaugern den Rücken kehren musste, und blickte in das Gesicht meiner Schwester. Sie hätte den beiden hinter mir Konkurrenz machen können, genauso blass sah sie aus. Bisher hatten sie sich friedlich verhalten, eigentlich rechnete ich nicht damit, dass da noch was kommen sollte. Wieso sollte ich ihnen mit so vielen Vorurteilen entgegen treten? Was wenn sie wirklich nicht böse waren? Schon die Tatsache, dass sie goldene Augen hatten, fand ich interessant.
Bei näherem Betrachten merkte ich allerdings, dass meine Schwester weder fasziniert noch panisch war, sie schien vielmehr mit sich beschäftigt und wankte einen Schritt in meine Richtung bevor sie weglief und ich nur noch die Badezimmertür knallen hörte.
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Airis

Neutral wie die Schweiz

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17

Thursday, April 16th 2009, 6:23pm

Ihr seid einfach zu schnell *g*
Jedesmal wenn ich denke, jetzt schreib ich mal ein Review (denn ich brauch dafür immer etwas länger) dann gibt’s schon den nächsten Beitrag…

Erstmal zur
Blue hour (schöner Titel)

Für mich als Hobbyfotografin ist das natürlich eine ganz besondere Stunde. Die Stunde nachdem die Sonne schon untergegangen ist, es aber eben noch nicht zu dunkel ist. Alles erscheint in einem anderen Licht es ist eben alles blau. Es herrscht eine ganz eigene Stimmung, eine, wie ich finde faszinierende Stimmung.

Und es ist das Bindeglied zwischen Tag und Nacht. Und im Grunde sind das die Beiden auch. Sie sind nichts halbes und nichts ganzes. Keine Menschen aber auch keine Vampire. Sie stehen also irgendwo dazwischen.
Und, was ich auch sehr gut finde, die Beiden sind charakterlich sehr unterschiedlich. Vielleicht nicht so wie Tag und Nacht, aber eben doch Anders und wo treffen sie sich, klar, in der Mitte um miteinander leben zu können, also zur blauen Stunden ;)

So viel dazu
Ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht übel, wenn ich nicht auf alle Posts eingehe, denn sonst müßte ich sie noch mal alle lesen und das schaff ich grade nicht…

Ich finde es interessant, dass die Beiden so Bedenken/Angst wegen der Vampire haben, dh sie haben schon wirklich schreckliche Erfahrungen gemacht.
Ich kann Summer verstehen, dass sie nicht gleich wieder weg will, "nur" weil es Anzeichen von Vampiren gibt. Wenn man versucht etwas Neues aufzubauen, will man das nicht gleich wieder einreißen.
Sie sind ja Beide schon sehr alt. Erstaunlich, dass man es so lange miteinander aushält *g* Gabs da nie einen Freund, der sich mal zwischen die Beiden gedrängt hat? Haben sie nur zu zweit gelebt?
Was ist mit den Eltern geschehen? Wurde das Vampirelternteil getötet? Fragen über Fragen ;)

Und nun stellen sich die Cullens vor. Ich finde Jezebell hat sehr souverän reagiert. Ich meine, die Angst die vorher beschrieben wurde, war hier nur noch halb so sehr zu spüren. Vielleicht lag es auch wirklich daran, dass die Cullens nun mal eine "andere" Ausstrahlung haben und Jezebell dadurch ruhig bleiben konnte. Zwar immer darauf gefasst, dass etwas passieren konnte, aber ich finde, die Panik, die sie noch im Einkaufszentrum hatte, war jetzt hier nicht mehr ganz so stark.

Interessant, dass erst ab der Hälfte Alice "…auch etwas abseits wie ihr.“ sagt. Vorher wurde immer in der Einzahl gesprochen, bzw. nur Jezebell angesprochen. Mich wunderts, dass sie das nicht stutzig gemacht hat! Aber sie war wahrscheinlich zu sehr mit anderen Gedanken beschäftigt!
Also hat Alice sehr wahrscheinlich etwas gesehen bzw. Edward was "gelesen"? Sonst würden sich die Cullens wohl kaum die Mühe machen.
Wer hat erkannt, dass sie Halbmenschen/-Vampire sind? Hat dies Alice gesehen? Oder hat es Edward "gehört" als sie im Einkaufszentrum waren? Irgendwoher müssen sie es ja mitbekommen haben, denn ich denke, Halbwesen sind nicht so "deutlich" erkennbar wie Vampire, oder doch?

Interessante Gabe die Jezebell hat, da bin ich natürlich neugierig welche Summer hat, aber das werden wir bestimmt bald erfahren. Überhaupt Summer, was ist mit ihr? Warum reagiert sie so?
Mein erster Gedanke: Schwanger *fg* ;)
Aber wahrscheinlich steckt da viel mehr dahinter!

Ich lass mich überraschen. Jetzt muß ich nur noch die ganzen FFs in meine Kopf wieder auseinanderbauen, damit ich mich nicht wundere, warum jetzt keine Sara auftaucht oder kein Connor….

Bis zur nächsten Dämmerung
lg Siria
Bis(s) alle dabei sind...das Rollenspiel hier auf twilight-wiki!

...hold on to your dreams...
(Fury in the Slaughterhouse)

18

Thursday, April 16th 2009, 7:56pm

Oh, ich freu mir nen Ast ab, dass du deinen Weg auch hierher gefunden hast! :D

Eigentlich hätte ich noch nicht so schnell darauf geantwortet, aber das liegt mir grad auf der Seehle... ^^
Interessant, dass erst ab der Hälfte Alice "…auch etwas abseits wie ihr.“ sagt.
Das Haus wird von zwei Vampiren betreten und irgendwo anders steckt ein weiterer Halbvampir, der evtl. Geräusche macht, aber auf alle Fälle atmet und einen schnellen Herzschlag besitzt, das hören die beiden.

Edward hat auch ne ganze Menge gelesen, schon im Supermarkt war ihm klar, dass sie ein Halbvampir war. Was daran liegt, dass er natürlich ihre Gedanken lesen konnte, im Text kommt in etwa rüber, woran sie dort gedacht hat. Außerdem wird ihm der schnellere Herzschlag aufgefallen sein, wahrscheinlich auch die höhere Körpertemperatur, die bei Halbvampiren bei konstanten 42° liegt. Vampire können auf kürzere Distanzen die Wärme spüren, die jemand anders ausstrahlt. Alice kann absolut in keine Zukunft von Halbvampiren sehen, da wird sie sozusagen "geblockt".

Zur Info, die Idee mit Halbvampiren stammt nicht aus unserer Feder. In den Büchern wird das selbst thematisiert. =)

Mehr schreib ich, wenn das nächste Kapitel on geht. :D Aber hier schonmal, danke, danke, danke! *freu*
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19

Friday, April 17th 2009, 7:01am

Hallo ihr zwei,

wieder wunderwunderschön! *seufz* Ich fand die Begegnung zwischen den Cullens und den beiden Schwestern sehr interessant und wirklich gut beschrieben. Ich kann Airis nur Recht geben. Die Panik war noch da, aber sie war nicht mehr so allumfassend. Es war eher eine Resignation: Jetzt ist es ohnehin zu spät. Da kann ich auch die Tür aufmachen. ;)
Es waren also Edward und Bella, die sie im Laden getroffen hat. Ich frage mich allerdings, warum ALice und Edward sie begrüßen gehen und nicht Edward und Bella? Ich meine, sie hätten sich doch auch denken können, dass es für die beiden Schwestern noch schockierender ist,w enn plötzlich ein dritter Vampir auftaucht. Momentan war Jezebell ja nur von zwei Vampiren auagegangen.
Ihre Gabe find eich übrigens sehr interessant. Sie kann also sehen, wie die Vampire als Mensch waren und wie sie verwandelt worden. Nicht schlecht! Aber warum klappt das bei Alice nicht so? :huh:

Jetzt frage ich mich sehr, was mit Summer ist. Meine erste Vermutung war die gleiche, wie die von Airis: Schwanger! Aber irgendwie ist es das glaueb ich nciht. Ist es einfach ein Panikanfall oder steckt da mehr dahinter?? Kennt sie Edward oder Alice vielleicht von früher?

Überhaupt frage ich mich, welches Verhältnis sie zu ihrem Vater haben. Er muss ja in soweit den Menschen "zugetan" gewesen sein, dass er immerhin mit zwei Frauen ein Kind gezeugt hat. Das heißt, er kann nicht so der nlinde Mörder sein, wei die schwestern Vampire zu sehen scheinen. Aber woher kommt dann ihre große Angst? Sie sind ja auch nicht gerade normale Menschen und Vampiren denke ich auch nicht ganz so schutzlos ausgeliefert wie Menschen. Haben sie im Laufe der Zeit so schlechte Erfahrungen gemacht oder ist da doch etwas mit ihrem Vater passiert??

Geschrieben war das Kapitel großartig wie immer. Rechtschreibfehler habe ich (bis auf einen Tippfehler, wo ich schon nicht mehr so genau weiß, wo er war) nichts gefunden. Es liest sich flüssig und spannend und die Ironie von Jezebell fand ich spitze. Zum Beispiel:
Das war zu viel. Nicht, dass auf einmal Vampire zu uns nachhause kamen, nein, sie wollten uns in der Nachbarschaft begrüßen. Und wo blieben bitte die Kekse? Wo war der Kuchen?
Ich an Edwards Stelle hätte nur schwer ernst bleiben können, bei diesen Gedanken, aber wenn er plötzlich anfängt zu Kichern, hätte das die Situationw ahrscheinlich alles andere als verbessert. Aber vermutlich hat er über all die Jahre genug Erfahrung, sich diese DInge nicht anmerken zu lassen ;)

Wirklich ein tolles Kapitel und ich freu mich schon sehr auf das nächste (hoffentlich erfahren wir dann, was mit Summer ist!!)

Alles Liebe
Eure Rini :love:
Vielleicht konnte sie einfach sterben. Einfach darauf warten, dass ihr Herz aufhörte zu schlagen.
Doch dieses Glück war ihr nicht vergönnt. Ihr Herz schlug weiter. Das Pochen kam ihr unnatürlich laut vor. Wahrscheinlich würde er es hören. Vielleicht würden
sie es auch hören. Vielleicht würden sie einfach kommen und sie erlösen.

Dubh Rún
(FF)

20

Friday, April 17th 2009, 12:26pm

Ich kann mich den Anderen nur anschließen. Die Geschichte ist einfach fabelhaft^^, mir macht es immer sehr Spaß sie zu lesen. Wenn das ein Buch wäre, würde ich es ohne Pause durchlesen. Ich freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung!
Wer glaubt etwas zu sein hat aufgehört etwas zu werden